was ist Euch auphonic wert?

Das ist die Kernfrage, die man sich jetzt stellen muss, denn seit heute gibt es auphonics Dienste nur noch gegen Bares, wenn man mehr als zwei Stunden Audiomaterial dort hochladen möchte.

Mitte 2011 startete auphonic ihre Mission, aus lausigen Aufnahmen drittklassiger Tontechniker (Selbstbeschreibung: Ich) hörbares Material für die ohrhörertragende Podcastgemeinde zu machen. Dass diese Mission voll geglückt ist, brauch ich Euch nicht weiter zu beweisen. Jeder von Euch hat das schon ein paar dutzend bis tausend Male gehört.

Mehr als nur ein Bonus ist dabei immer der Workflowteil, der so wunderbar flexible Lösungen möglich macht, dass es einem den firtz in die Augen treiben möchte.

Dass auphonic dabei nun über zwei Jahre lang ein kostenfrei nutzbarer Service war, ist etwas das mir seit spätestens einem Jahr, genauer gesagt der #rp13, echte Sorgen machte. Von der Liebe der Podcastgemeinde alleine kann man nicht leben und nachdem die Förderung durch AWS wohl ausgelaufen ist, gilt es weiterhin Kühlschränke zu füllen.

Und würde das nicht mittels auphonic gelingen, würden die Mannen um Georg eben etwas anderes finden müssen, um das zu bewerkstelligen. Siehe app.net…

Was das bedeutet hätte, könnt Ihr Euch selbst vorstellen: Auphonic entweder stark reduziert oder gar eingestellt, denn Traffic und Leistung, die dieser Service in rauen Massen im Sekundentakt verschlingt gibt es nicht umsonst.

So aber gibt es nun das „freemium“ genannte Modell, dass drei Aspekte hat:

  1. Zwei Stunden im Monat sind frei. Wer drunter ist: Glückwunsch
  2. Einmaliger Kauf von Zeit, ca. 1,8€ je Stunde: verfällt nicht
  3. Monatliches Kontingend, ca. 1€ je Stunde: verfällt am Monatsende

[update] Die Preise sind ohne MwSt. Also mal eben 19% draufrechnen: 2,10€ für onetime und 1,2€ für’s Abo je Stunde. Billiger wird’s mit größeren Kontingenten[/update]

Die genaue Preisliste findet Ihr hier.

Wer über die zwei freien Stunden im Monat kommt, sollte sich genau überlegen, welches der beiden Angebote besser passt. Wer zuverlässig wöchentlich produziert, ist mit dem Abo wohl gut dran, ggf. ist da noch eine Lücke zwischen 2 und 9 Stunden, die es zu schließen gilt. Ich könnte mir 4 oder 5h gut vorstellen.

Ich könnte mir auch wunderbar vorstellen, dass man „untereinander“ Stunden spenden kann. Ich (ICH!) finde einen feinen neuen Podcast, der grottigen Ton hat: Ich spende denen 5h.

Es gibt sicher einiges, woran noch dran gedreht werden kann. Ob nun Kontingendgröße oder Preis oder irgendwelche „social features“.

Der Umstand, dass man auphonic Geld dafür zahlt, dass sie einem den Kram schön machen und dann auch noch ins Netz verteilen, den halte ich nicht für verhandelbar.

Ich wünsche den Österreichern viel Erfolg damit! Und ich… ich schieße mir jetzt mal das 9h-Abo-Dings.

13 Comments

  1. Hm… irgendwie hatte ich noch in den Ohren, dass mir damals im NSFW-Podcast immer groß vorgeschwärmt wurde, dass für uns Podcaster diese Algorithmen ja immer kostenlos bleiben würden (als Holgi mal fragte, ob man sich da nicht abhängig macht und woher man denn wissen kann, dass die nicht einfach weg sind) – und dass das Geschäftsmodell damals eher so aussah, dass man gerne Radios, Kongressaufzeichnungen und sowas als Geschäftskunden gewinnen wollte.
    Wurde dann wohl nichts.

    Ich sehe auf jeden Fall ein, dass sie von irgendwas leben müssen – klar! Von daher: Auphonic hat sein gutes Recht, dieses Modell zu probieren.

    Ich habe aber ein Problem mit der Staffelung. Über 2h kommt man locker mit einer Folge und eventuell macht man alle 2 Wochen eine Folge. Das fällt für mich noch locker unter die „kleinen Podcaster, für die das immer kostenlos bleiben wird“. Free Account bis 10h / Monat wäre gut.

    Dann könnte ich mir auch vorstellen, dass es schön wäre ein Modell zu haben wie z.B. bei JIRA (Bugtracking-Tool, Teammanagement-Tool), wo man On-Demand kaufen kann (wie Auphonic reocurring) oder aber sich die Software zum Selber-Hosten holen kann.
    Das wäre nämlich super, wenn man die Software als Server-Anwendung mit der GUI und den Algorithmen und dem Content-Verteil-Part auf seine eigene Kiste werfen könnte und damit seine Projekte managen könnte. Von einer Desktop-Anwendung hab ich nicht viel, gerade die Content-Distribution ist einer der großen Erleichterungen.

    Naja. Ich glaube für mich fällt Auphonic erstmal flach, ich verwende schon genug Zeit (=Geld) darauf, überhaupt Inhalt zu produzieren, da kann ichs mir nicht leisten, Auphonic zu benutzen.

  2. Wenn die mein Geld wollen, dann sollen sie bitte endlich mal mit der Linuxversion ihrer Desktop Aepp rueberkommen! Aber da passiert irgendwie nix und ich hab auch keine grosse Hoffnung mehr, dass da noch was kommt. Nun denn, mach ich die Nachbearbeitung halt wieder selber, was solls?

  3. Ich fänd das mit dem verschenken cool. Dann könnte ich meinen lieblingspodcasts immer Auphonic-Stunden schenken… Irgendwie direkter als Flattr…

  4. Wenn es die Standalone-Version in einem System gäbe, wo man nicht erst eine Kreditkarte für bräuchte, wäre das jetzt der Grund, sich damit anzufrenden. Aber weder den Online-Dienst, noch die Software kann man ohne Kreditkarte bekommen. Das hält mich davon eher ab als der Preis.

    Wobei ich auch noch nie die Notwendigkeit hatte, ganze Folgen durch Audio-Processing zu quetschen. Bei meinen Aufnahmen ist dieses ‚draußen‘ ja nicht versehentlich dabei, da würde ich nur wenig gewinnen (zumindest das eine Mal, als ich das ausprobiert hatte). Ich hab das eher nur genutzt für maximal sowas wie nen Congress- oder TED-Talk, der auf eine einheitliche Lautstärke gebracht werden will (adaptive Verstärkung). Und wenn ich da in Zukunft mal mehr als zwei Stunden in einem Monat durchschieben will, hab ich ja noch den Levelator. Und vielleicht landet die Standalone-App ja doch mnal irgendwo in einem Applikationsladen in meiner Nähe. Ist ja nicht so, als wäre ich nicht bereit, da auch mal für zu zahlen.

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  6. Es war klar, dass das kommen muss und der Preis geht für mich wirklich in Ordnung. Ich hoffe, dass Georg und Co den Service damit langfristig sichern und ausbauen können.

    Ein dickes Minus sind aber die Zahlungsarten und die Mehrwertsteuer. Ich würde gerne per Überweisung zahlen.

    Außerdem hätte ich gerne eine Rechnung mit dem deutschen Mehrwertsteuersatz. Der Aufwand für eine Europäische Mehrwertsteuerdings ist mir wegen geschätzten 40 Euro im Jahr zu hoch. Vielleicht sollten wir eine Auphonic Deutschland Vertriebsgesellschaft in Podcasterhand UG (haftungsbeschränkt) gründen und den Auphonicvertrieb hier übernehmen.

  7. @Faldiran: Ich glaube aufgrund der Methoden, wie das bei Auphonic funktioniert (maschnielles Lernen, etc) sollte das schwer werden, da Zeug selber zu hosten.

    Ich finde den Schritt super. Vernünftiges Equipment kostet, vernünfitges Hosting kostet, die Produktionssoftware kostet, warum sollte das Post-Processing umsonst sein? Wenn ich die Zeit angucke, die mir Auphonic (vor allem seit dem Multitrack Feature) in der Post Produktion spart, dann wäre ich selbst bei nem Mindestlohnjob schon deutlich über dem, was Auphonic im Monat kostet… Ich versteh die ganze Aufregung nicht und habe ohne nachzudenken das Abo geklickt…

  8. Also im ersten Moment dachte ich dass 1-2 Euro für ’ne Stunde schon ziemlich okay sind und wunderte mich auch ein wenig über Faldrians Reaktion.

    Dann hab ich wie Rico festgestellt, dass man nur per PayPall und Kreditkarte zahlen kann, das ist für mich eine nahezu unüberwindliche Hürde… wie gesagt „nahezu“. Europäische Überweisungen sind nun auch kein Hexenwerk mehr.

    Aber gerade eben fragte ich mich doch ob der gemeine Podcaster denn überhaupt nen Euro pro Stunde einnimmt (wenn er nicht gerade WRINT, Metaebene oder Küchenradio heißt). Als Stichprobe wählte ich einfach den Podcast, der in der Hörsuppe in dem Augenblick oben unter dem Banner beworben wurde und das sind die Bierprobierer.
    Die Bierprobierer haben derzeit wohl 11 flattr-Klicks eingenommen, wie viel Euro das sind konnte ich nicht herausfinden (dachte flattr gibt da ggf. eine globale Statistik raus). Jedenfalls wurden diese 11 Klicks in sehr sehr sehr vielen Blogartikeln und darunter derzeit 51 Podcasts eingenommen. Podcasts zu je 10-30 Minuten (wieder nur Stichproben) also rund 17 Stunden Podcast… oder freundlicher gerechnet vielleicht 15 Stunden Podcast. 11 Flattr wür 15 Stunden Podcast und ich rechne noch freundlicher: 1 Flattr pro Stunde.

    Hm. Also es mag nicht die absolute Ausnahme sein, dass ein Flattr-Klick 1,5 Euro wert ist (die man nun bräuchte um 1h Podcast verarbeiten zu lassen) aber ich schätze die Regel ist es auch nicht (meine Klicks sind so 10-100 Cent wert).

    Natürlich ist das alles ’ne Milchmädchenrechnung, denn ich habe die zwei Freistunden einfach mal unterschlagen und die 51 Episoden sind ja auch nicht in einem Monat entstanden, also waren da schon mehrere 2-Freistunden-Kontingente drin, zugegeben. Aber dennoch kommt mir im Nachhinein 1-2 Euro pro Stunde nicht mehr soooo geil vor.

    Anderes Thema: Für die Problematik mit 4-5 Stunden Casts sehe ich zwei Lösungen, die eine ist ein bisschen geschummelt, man macht sich eben zwei Freeaccounts und nutzt 2x 2 Stunden. Die andere wäre dass man sich mit irgendwem zusammen tut und 9 Stunden bucht, die man dann zu zweit verbraucht. Ähnliches funktioniert „irgendwie“ auch fürs Verschenken… wer am Monatsende noch Kontingent übrig hat könnte ja durchaus andere einladen auch was über den eigenen Account machen zu lassen.

    Wenn diese Monate für alle Kunden den gleichen Anfang und Ende haben (also z.B. immer vom 1. bis zum 1.) sehe ich kleine Podcast-Schwemmen zum Monatswechsel auf und zu kommen, weil man ja noch so einen Rest verbrauchen musste ^.^ is aber nicht unbedingt was Schlechtes. Schlecht wäre wenn sich Podcaster plötzlich zurück halten und eine Sendung vorzeitig beenden (oder nachträglich stark schneiden) „weil nur noch 1,5h aufm Konto sind diesen Monat“.

    Nun ja wir werden sehen, ich bin ein bisschen skeptisch (geworden).

  9. > Aber gerade eben fragte ich mich doch ob der gemeine Podcaster denn überhaupt nen Euro pro Stunde einnimmt

    Und deshalb ist die Frage nicht: Wie bezahlt Ihr auphonic, sondern: „Was ist Euch auphonic wert“. Dass das in 99% aller Fälle nicht aus dem eigenen Podcastschaffen heraus gegenfinanziert ist, liegt auf der Hand.

    Die meisten Podcasts werden für den Service drauflegen. Irgendwas zwischen 0 und 10€ im Monat wird das bei den meisten sein. Wer mehr als 9h macht, wird in der Regel deckende Einnahmen haben, die nun aber auch kleiner ausfallen werden dadurch.

    Und dann deshalb die Frage: Was ist’s Euch wert? :)

  10. Tja Christian, keine leichte Frage, eigentlich wäre ich da bei Faldrian, aus der Metaebene erklang mehrmals, dass das Geschäftsmodell sei man wolle irgendwann von den Profis in der Medienproduktion Geld nehmen für Audio-Processing während man den ganzen Amateur/noncommercial/Hobby/blah-Bereich kostenfrei abdeckt bzw. unter der Prämisse dass man die Tondaten nutzen darf um die eigenen Algorythmen zu verbessern… was ja IIRC auch so in den TOS steht.

    Davon ab ist die Frage irgendwie blöd wenn die Katze schon aus dem Sack ist, aber klar, wann sollte man sonst fragen? ^^

    Aber nach ein bisschen Nachdenken finde ich „1 Flattr pro Produktion“ empfände ich als angenehm. Angemessen wäre vielleicht mehr und „was ist es mir wert“ und „was wäre ich bereit“ sind natürlich noch andere Fragen aber 1 Flattr ist so eine Sache die mir die Hürde des Zahlungswegs nimmt und mir gefällt auch die Idee bei Flattr dass ein Klick ein Klick ist und genauso viel Liebe, Wertschätzung etc. ist selbst wenn ein Klick 4 Euro sind und ein anderer nur 4 Cent. Leute geben eben entsprechend ihrer Möglichkeiten (wobei mir einfällt dass ich mal mein Flatter-Geld erhöhen sollte XD).

    Mal abgesehen davon was da die Kosten wären, es wären eben Kosten, die ich sowieso habe dann bekommst du – Christian – eben ein bisschen weniger und Auphonic ein bisschen mehr (die Projekte hab ich eh beide auf Subscription auch in Monaten in denen ich auphonic gar nicht nutze).

    „Pro Produktion“ ist btw. nur die einfachste Rechnung, eben so recht wäre pro Stunde oder pro 100MB oder pro Spur oder sonst was. Ich habe mal ernsthaft darüber nachgedacht eine flattr-paywall zu bauen eben wegen des Gedankens dass jeder gibt was er will und kann und was für den einen 12 Cent sind sind für den anderen eben 120 Cent. Ich stieß auf heftigen Gegenwind als ich die Idee äußerte und habe es fallen gelassen, aber machbar ist das allemal, man kann ziemlich problemlos einen flattr-button auf die production-Seite packen und man kann flattr auch ziemlich problemlos über die API fragen ob DIESE Production-Seite geflattert wurde (die hat ja eine unique ID).

    Ob das nun der Wahrheit letzter Schluss ist mit Flattr will ich nicht behaupten, aber es wäre mir halt weit angenehmer als mir ’ne Kreditkarte oder ’nen PayPall-Account zuzulegen und es wäre mir halt auch angenehm wenn manch einer während der Audioproduktion oder während des Schneidens nicht ständig im Hinterkopf hätte dass jede Millisekunde extra nun Geld kostet. Ich bin selbst gespannt auf mein eigenes Verhalten :)

  11. Wollte nur was richtigstellen, weil das schon öfters hier erwähnt worden ist:
    man kann natürlich auch per Überweisung zahlen und es gibt natürlich auch die korrekte Mehrwertssteuer (in allen Ländern auf dieser Welt – also auch in Deutschland), die man sich auch mit UID Nummer sparen kann!

    Mehr Details dazu hier:
    https://auphonic.com/pricing#payment-methods

    Für Recurring credits ist es mit Überweisung leider nicht so einfach, weil diese ja automatisch abgebucht werden müssen. Aber One-Time Credits und die Desktop Version funktionieren!

  12. Mit „giroPay“ und „Sofort“ hab ich jüngst schlechte Erfahrungen gemacht, die wollten die Zugangsdaten zu meinem Online-Banking o.O

    Stattdessen habe ich mich nun daran gemacht mir ’ne Kreditkarte zu organisieren, dann sollten sich für mich hoffentlich viele Zahlungsprobleme auflösen :3

  13. @Georg: „man kann natürlich auch per Überweisung zahlen“

    Hm, wie denn genau? Also eine Überweisung direkt von meinem aufs Auphonic-Konto. Im Artikel ist nur von den Proxydiensten GiroPay und Sofort die Rede, die ich absolut nicht mit dem Begriff „Überweisung“ assoziiere..

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