Audioblogging: ein Experiment

Ich kann ja nicht eben behaupten, mir sei langweilig.

Familie, Job und Haus nehmen ihre Zeit in Anspruch und dann ist da ja noch das mit den Podcasts. Dennoch gibt’s ein paar Geschichten, die mir nicht so recht aus dem Kopf wollen.

Da wäre diese Sache mit dem Audioblogging. Ich habe das während des Berlinaufenthalts im Mai ja im fast forward ein wenig betrieben, vorgemacht hat es der @map im Japan-Urlaub.

Die technische Basis bilden dabei zum einen auphonic, wo der Audioworkflow erledigt wird: Aufnehmen mit der App, Filter, Encoding, Übertragung der Daten auf den Medienserver. Danach übernimmt der firtz, ein kleiner und feiner Podcastpublisher, der sich dann um Feed, Webseite, also den ganzen Spökes des Publizierens kümmert.

Das alles ist wirklich einfach. Wenn man schon mal eine Console bedient hat, sind das wenige Handgriffe bis zum Veröffentlichen der ersten Episode. Dass aber auch auf diesem Weg einen Podcast zu produzieren einige Steine liegen über die man stolpern kann, haben mir die inzwischen doch recht zahlreichen Installationen des firtz gezeigt (eine Liste will ich die Tage nachreichen).

Das soll aber nicht wirklich Thema dieses Artikels sein. Das war nur ein wenig Werbung vom Hauptsponsor.

Mir geht es um etwas anderes. Berlin hat mir gezeigt, wie schön einfach diese Sache mit dem Audioblogging ist. iPhone anwerfen, auphonic starten, Reinsprechen, ein paar Daten eintippen (Titel, kurzer Artikel wenn gewünscht), Episodennummer, Speichern und nach wenigen Minuten steckt das alles bereits im Feed.

Nun ist das keine brandneue Erfindung. Mit audioboo oder soundcloud geht das alles bereits seit einer halben Ewigkeit in nicht komplizierterer Weise, wenn auch gegen Aufpreis. Was nun nicht heißen soll, dass der von mir beschriebene Weg prinzipiell kostenlos sei und auch nicht bedeutet, dass ich die beiden genannten Angebote wegen ihres Preises für untauglich halte. Alles hat irgendeinen Preis und im Zweifel zahlt man für den Hoster der Dateien ein paar Euro im Monat.

Wie auch immer, nicht einmal darum geht es mir. Ich glaube, dass im Audioblogging, dem etwas ungerichteteren und persönlicherem kleinen Bruder des Podcastings viel Potential steckt. Schreiben ist so… aufwändig. Man schreibt, korrigiert, findet die Formulierungen dann missverständlich. Vielleicht veröffentlicht man das dann doch nicht oder aber schaut sich den Artikel nach drei Monaten noch mal an und bereut das Ganze. Von Rechtschreibung und Ausdruck will ich gar nicht reden.

Sicher kann einem das auch im Audio passieren. Hier aber haben wir als Sender und Empfänger eine Ebene mehr, die Missverständlichkeiten auflösen kann: Unsere Stimme! Freude, Ärger, Ironie! All das lässt sich mit einer Stimme, die zu einem redet deutlich besser erkennen. Die flamewars und shitstorms, die unverstandene Ironie in diesem unserem Internetz bereits ausgelöst hat sind ungezählt!

Ich würde gerne mehr darüber wissen. Mehr darüber hören und das alles ein wenig besser und näher betrachten können. Und genau deshalb möchte ich Euch in den nächsten Wochen, in aller Ruhe und Sauberkeit allerdings, ein Angebot machen, dass Ihr nicht ablehnen könnt:

Ich setze für interessierte und ambitionierte Experimentalaudioblogger die Technik auf, um einfach ins iPhone zu sprechen und das Ergebnis wenige Minuten später in diesem Internet zu sehen. Ich kümmere mich um die Installation im firtz, die Einrichtung bei auphonic und gebe Euch an die Hand, was Ihr benötigt, um halbwegs trittsicher zu veröffentlichen.

Alles was Ihr dafür benötigt, ist ein iPhone oder ein Androidgerät auf dem die auphonic-app lauffähig ist (schaut nach im Apple-Store bzw. bei google play). Ihr bekommt unter einer meiner Domains (vermutlich fyyd.de) eine Installation, die nur Euch gehört. Ich helfe bei Problemen und vor allem werde ich darüber schreiben und sprechen, damit Ihr nicht nur für Euch und mich sprecht :-)

Ich werde ein Blog nach dem anderen durchführen. Erst wenn eins soweit ist, dass es praktisch von alleine läuft, kommt das nächste dran. Ich lasse mir dabei gerne Zeit und überstürze nichts, stehe auch gerne für das eine oder andere Drumherum zur Verfügung.

Wer Lust darauf hat, dieses Experiment mit mir durchzuführen, der schreibe mir bitte an info@hoersuppe.de. Erzähl mir ein wenig von Dir (bitte keine schmutzigen Details ;)) und weshalb Du denkst, dass das eine tolle Idee für Dich ist. Und weshalb Du denkst, dass Dir andere dabei zuhören wollen :-}

Ich verlange nun keine extrem ausgefallenen Lebensgeschichten, versteht mich nicht falsch. Da ich aber – Optimist wie ich bin – fest davon überzeugt bin, dass sich mehr als zwei Menschen dafür bei mir melden werden, muss ich ja irgendeine Reihenfolge festlegen, an der ich mich abarbeite.

Alles was ich wirklich verlange, ist die Bereitschaft, das durchzuziehen. Jedenfalls wäre es wirklich ärgerlich, den Aufwand für zwei Episoden zu haben.

Gut, genug gefaselt. Weitere Fragen? Dann ab in die Kommentare damit. Weitere Ideen? Dito. Ansonsten: Mail an mich!

8 Comments

  1. Ich finde die Idee grossartig.

    Wenn Du Unterstützung oder weitere Tester brauchst, melde Dich bitte. Android-Telefon und root-Server sind vorhanden.

  2. Eine sehr schöne Idee für Menschen, die sich nicht unbedingt ein Hostingpaket an die Backe kleben möchten. Wirst du dann auf fyyd.de auch eine Übersichtsseite mit den von dir gehosteten Audioblogs einführen? Das würde die Suche nach spannenden Vertretern sicher vereinfachen.

    • Na sicher wird’s eine Übersicht geben. Gibt’s beim firtz ja jetzt schon, allerdings werde ich die ein wenig aufpolieren.

  3. Sehr tolle Idee! Könntest du auch eine Anleitung dafür veröffentlichen, so dass alle, die erstmal anderen den Vortritt lassen wollen, schon mal ausprobieren können, ob sie das vielleicht sogar selbst hinbekommen? :)

    • Da gibt es zwar schon einen Haufen Doku, aber vielleicht sollte ich das mal etwas sammeln und an einem Platz veröffentlichen.

  4. Pingback: Audioblogging-Experiment zum Mitmachen | aprica.de

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