Der Christian hat sein Abitur an einem ziemlich elitären Gymnasium gemacht. Bildet er sich ein. Weil es ein privates Gymnasium war, das er besuchte. Namentlich das der Arnsteiner Patres, das Johannesgymnasium in Lahnstein.
Das gehört heute zwar nicht mehr den Arnsteinern (Geld und so), aber privat ist es immerhin noch… Wie auch immer das war, es gab ein paar Dinge, die zu dieser Schule gehörten, ein paar Institutionen, wenn man das so nennen mag. Zum Beispiel war es Tradition, irgendwann mal eine mehrtägige Klassenfahrt ins Kloster Arnstein, dem Ursprungssitz der Patres zu machen.
Nun ist das Kloster ein echt altes Gemäuer. Die Bauten gehen auf das 11. Jahrhundert zurück und die Unterkünfte der Jugendbegegnungsstätte sind zwar vermutlich nicht der älteste Teil des Klosters, aber sicher auch nicht der, der immer auf dem neuesten Stand gehalten wird. Das Bild des Klosters auf dieser Seite zeigt die Jugendhäuser als graue Bauten im Vordergrund.
Habt Ihr eine Vorstellung, wie dieses Kloster auf einen 11jährigen wirkt, wenn es draußen dunkel ist und man mit ein paar Kumpels unerlaubt die Umgebung erkundet? Zu allem Überfluss ist um das Kloster herum nichts als Wald, der auch nicht eben zu den freundlichen Erinnerungen gehört, wenn das Licht schwindet…
Nun hat sich der inzwischen gealterte Pater Karbach (ich vermute er war es) nicht nehmen lassen, diese Stimmung abends auszunutzen und uns die Schauergeschichten zu erzählen, die sich um das Kloster ranken. Oder ranken sollen. Und natürlich kam darin auch eine Weiße Frau vor, die dort des nächtens umgehen solle. Welche tragische Geschichte sich hinter der Tante verbarg, das ist mir entfallen.
Es wird die übliche sein. Ermordet aus Gier, aus enttäuschter Leidenschaft selbst umgebracht, aus dummen Zufall die Falsche erwischt… wer weiß, wieviele Varianten es gibt, eine Weiße Frau zu erzeugen.
Der gut informierte Geisterjäger weiß, dass die Weiße Frau zu einem Gemäuer, einem Haus, einer Burg, einem Kloster oder was auch immer gehört, wie heute der Netzanschluss im Eigenheim: ohne geht’s nicht.
Und jetzt, verehrte Leser, schaffe ich vielleicht noch den Bogen zu den Hoaxillas, die sich genau dieser Heerschar an Weißen Frauen angenommen und ihnen in Folge 105 einen Podcast gewidmet haben. Leider konnten die beiden keine Weiße Frau für ein Interview gewinnen, dafür haben sie die wohl bekannteste dieser alten Zunft zum Mittelpunkt des Podcasts gemacht, Kunigunde von Orlamünde, die Weiße Frau der Hohenzollern.
Die hat auch keine wirklich freundliche Biografie hingelegt und so geschieht’s ihr nicht mehr als recht, bis heute diesem eher öden Job nachgehen zu müssen und dabei auch nicht eben eine sympathische Figur abzugeben. Ob sie nun im Kloster unterwegs ist, per Anhalter durch die Landschaft gondelt oder über die Kontinente hinweg die Menschen in Angst und Schrecken versetzen muss, Alexa und Alexander haben’s in Folge 105 drin. Und Ihr jetzt hoffentlich im Podcatcher. Viel Spaß dabei!