nsfw: 50 Jahre Not Safe For Work

50 Jahre Not Safe For Work!

In der jubelnden Menge gebadet, noch die Reste der Konfettiparade auf den Schulterpolstern, zogen Tim und Holger in die heiligen Studios der Metaebene ein, um dort vor handverlesenem Publikum Folge 50 der internationalen Unterhaltungsgala aufzuzeichnen, dieser einen Sendung, die Medienkonsum, Freizeitvernichtung und die Soziotope in vielen Büros revolutioniert oder auch gleich zerstört hat.

Und so wurde auch dieses Mal kein Hörer enttäuscht, keiner Hörerin Wünsche ignoriert, wenn Tim über die Hedonistische Internationale berichtet, Holger über technische Finessen bei der Erstellung von Podcasts erzählt und beide vom Hörerinnengrillen in Dresden.

Auch, wenn die kleinen Dinge des Lebens angesprochen werden, die unseren abgestumpften Blicken entgehen: Lesebändchen, die Queen, den ESC oder die duale ultra-schwere relativistische kinetische Atomhaubitze. Die Adleraugen der deutschen Podcastszene zeigen uns jedes noch so übersehbare Detail aus der Weltgeschichte der vergangenen zwei Wochen.

Ganz besonders erwähnenswert an dieser Stelle ist Tims Darstellung eines Nerds, der Wil Wheaton nicht kennt. In einer bewegenden und zugleich bestürzend realistischen Schauspieleinlage zeigte er überdeutlich, dass er nicht nur Infotainment beherrscht. Ich ziehe den Hut vor diesem Multitalent deutscher Sprachkultur des 21. Jahrhunderts, blendend ergänzt durch seinen kongenialen Partner Holger Klein, der in allen Situationen das blinde Zusammenspiel beherrscht.

Nichts aber jedoch ist all dies gegen den unfassbar geschickten Schachzug, mit dem Tim Pritlove ein für alle Male Friede unter den deutschen Podcastern schuf: In einer flammenden Rede lobte Tim die Persönlichkeiten der Göttinger Podcastszene, Ihre Bemühungen und Erfolge um dieses Medium des dritten Jahrtausends.

So breitet Pritlove einen weiten Mantel um alle Podcasts Deutschlands, ringt gleichermaßen einmal mehr die Berliner Mauer hernierder und befreit auch die Berliner Podcaster vom Druck, arm, aber sexy sein zu müssen.

Well played, Tim, so viel Geschick wünschen wir uns von den gewählten Politikern des Landes. Ich kann also ohne zu zögern behaupten:

Not Safe For Work für BundeskanzlerIn!
(oder wenigstens Regierender Bürgermeister)