in eigener Sache XX: Livepodcatching

Es ist mal wieder soweit, es gilt ein paar Neuigkeiten unter die Leute zu bringen.

Bushaltestelle Engerode

Foto: stadtkatze / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0 / Quelle: http://www.flickr.com/photos/ stadtkatze/3347730936/in/photostream/

Stellt Euch das so vor: Es ist gegen 21 Uhr, Ihr sitzt an einer beliebigen Haltestelle eines bliebigen öffentlichen Verkehrsmittels und wartet darauf, endlich nach Hause zu kommen. Um die Zeit zu überbrücken schaut Ihr natürlich in den Livekalender der Hörsuppe und findet dort zu Eurem Entzücken eine Sendung, die Ihr Euch anhören möchtet.

Bis hierher sind wir alle gleich, jeder hat solche Situationen. Vielleicht nicht an der Bushaltestelle. Vielleicht dafür beim Arzt, beim Warten auf dem Amt oder auch bei purer Langeweile zu Hause beim Bügeln.

Nun trennen sich aber die Wege der Hörer, denn wir kommen zum Livepodcast-Abspielgerät. Die hörende Menschheit teilt sich hierbei grob in drei Lager: in iPhone-Nutzer, Android-Nutzer und den Rest, der über einen richtigen Computer verfügt in dieser Situation. Letztere werfe ich in direkt  aus dem Rennen, denn ihnen steht das große Repertoire an Software zur Verfügung korrektes Multitasking, ihnen stellen sich die folgenden Probleme für gewöhnlich nicht.

Den beiden anderen, also grob den zwei Lagern der mobilen Internetabspielgeräte, stellen sich an diesem Punkt ein paar Fragen, die vielleicht nicht offensichtlich, jedoch nicht von geringer Wichtigkeit sind.

Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Die erste Frage ist die nach der Quelle der Information über den abzuspielenden Stream. Für beide ist diese noch leicht zu beantworten: Entweder man hat den Kalender abonniert oder aber man schaut in die Seitenleiste der Hörsuppe, in der sich der Kalender mit den Daten der nächsten zwei Wochen findet. Ein oder zwei Klicks entfernt ist schon der Stream gefunden und los kann der Spaß gehen.

Kann er? Diesmal trennen sich die Wege der Podcasthörer deutlicher. Der iPhone-Nutzer ist mit Quicktime und Konsorten bestens ausgestattet und kann praktisch alles, was ihm von hier vor die Füße geworfen wird problemlos abspielen. Ob mp3 oder ogg direkt, m3u, pls… you name it.

Die Androiden hingegen sitzen schon eher in der Klemme. Je nach Ausstattung von Werksseite oder installierten Playern klappt das oder es klappt nicht. Wo ein .mp3 aus dem Netz noch von den meisten Playern akzeptiert wird, wird es bei einem .m3u schon eng und .pls zu einem Problem. Von .m3u-Dateien, in denen sich mehrere(!) Livestreams befinden, will ich gar nicht reden, dafür habe ich bisher einen einzigen Androidplayer gefunden, dessen Name ich nachreichen muss, da ich das Gerät nicht zur Hand habe.

Nun stellen wir uns vor, jeder hat für sich seinen Player gefunden. Ab hier möchte ich aus aktuellem Grund einen Schwerpunkt auf das iPhone legen, da ich selbst eins besitze und das Folgende mir wegen einer Unzulänglichkeit dieses iPhones eingefallen ist. Es gilt aber mit etwas Glück (und Recherche, die ich heute Abend betreiben werde) aber auch für Besitzer eines Gerätes mit Googles Betriebssystem.

Man öffnet also aus dem Browser oder dem Kalender heraus den Stream und hat Quicktime vor sich. Wenn ich das richtig interpretiere, läuft das über den Safari, denn wenn ich beim Hören des Streams, was auch im Hintergrund möglich ist, den Safari öffne, bricht der Stream ab. Auch das Öffnen des Streams in einer browserfähigen Applikation wie z.B. dem twitter-client hilft nicht, denn wenn dieser in den Hintergrund gebracht wird, beendet das auch den Stream.

Das alles lässt sich verschmerzen, wenn man nur hören möchte und keine weitere Verwendung für das Gerät hat. Gestern aber hatte ich noch über eine halbe Stunde Zeit und wollte ein wenig im Web herumlungern. Leider ließ sich das Problem für gestern nicht lösen, heute würde mir das nicht noch einmal passieren, denn zumindest für meine Bedürfnisse habe ich eine Lösung gefunden, die beides erlaubt: Websurfen und Podcasthören.

Dauert das noch lange?

Die Lösung ist so einfach wie elegant. Womit hört man am iPhone seine Podcasts? Nein… nicht mit iTunes, wo denkt Ihr hin? Mit einem Podcatcher natürlich. Ich nutze dafür instacast, mit dem selbst ich Nörgler ziemlich zufrieden bin.

Wieso also nicht Livepodcasts mit einem Podcatcher hören? Ein RSS-Feed hat alles, was wir dafür brauchen und wenn der Podcatcher alles abspielt, was wir ihm vor die Füße werfen – und der bekommt richtig viel Mist vorgeworfen – dann sollte das doch klappen mit dem Stream aus dem Netz.

Gedacht, getan und hier sind sie: Die (extremen Beta-) Livefeeds, die Ihr Euch in den Podcatcher abonnieren könnt. Diese stellen Euch dort ab ca. 60 Minuten vor Beginn einer Sendung einen dazugehörigen Artikel zur Verfügung, dessen Enclosure den Stream zum Livepodcast enthält. Damit das richtig verstanden wird: Der Stream ist nicht (nur) als Link im Artikel enthalten. Die Livesendung ist als Episode an diesen Artikel angehangen und kann (hoffentlich) wie jede andere Folge irgendeines Podcasts im Podcatcher selbst abgespielt werden.

Die drei Wege des Livehörens

1. Für jeden einzelnen Podcast gibt es einen eigenen Feed, wenn Ihr es gerne aufgeräumt habt. Diese Feeds findet Ihr auf den Infoseiten der jeweiligen Podcasts, die Ihr mit Klick in der Liste der Podcasts in der Seitenleiste oder über das Podcast-Menü oben im Kopf findet. Diese Feed-URLs sehen ungefähr so aus: http://hoersuppe.de/podcast/der-weisheit/ical/?type=rss

2. Wer sich seinen Livekalender auf den Leib schneidern möchte, der hat bisher den persönlichen Kalenderfeed genutzt. Das geht nun auch mit dem Livefeed. Wer bereits einen persönlichen Kalender nutzt, der fügt an das Ende der URL einfach /?type=rss an und hat damit die Feed-URL. Beispiel:

Kalenderfeed: http://hoersuppe.de/personalfeed?pfeed=Evkj13n45
Live RSS-Feed: http://hoersuppe.de/personalfeed?pfeed=Evkj13n45/?type=rss

3. Wer auf Nummer sicher gehen will, nichts zu verpassen, der abonniert einfach den kompletten Livefeed, den Ihr unter http://hoersuppe.de/livefeed.xml findet.

Das ist wie immer natürlich sehr beta und ich habe das auch nur eingeschränkt testen können. Wer mag, testet mit und teilt mir Probleme und Verbesserungsvorschläge hier in den Kommentaren oder als Mail an info@hoersuppe.de mit.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit, die offensichtlich bis hierher gereicht hat ;)

7 Comments

  1. Moin Christian!

    Sehr schönes Feature, ich probiere es gerade mal aus und bin gespannt wie’s funktioniert!

    Grandios, dass Du mittlerweile weit über den Punkt „ich berichte über die Podcasts die ich höre“ hinaus bist und Dich verschiedenen anderen, benachbarten Themen widmest. Hier noch eine Idee was noch nett wäre: ein funktionierendes und auf Podcasting zugeschnittenes WordPress-Theme. ;-)

    Da Du ja mittlerweile den Flattr-Button schon im Blog hast (und ich alle 4 Things subscribed hab), aber leider noch nicht in jedem Beitrag, hab ich Dir mal eine kleine Spende per Flattr rübergeschoben. Als kleiner Dank und für ein anständiges Feierabendbierchen für den erwachsenen Anteil der Küchenredaktion!

    Cheers,
    crM

    • So, nun komme ich endlich dazu, das zu beantworten.

      Über diesen einen Punkt war ich im Grunde schon hinaus, als ich den Kalenderfeed angefangen habe. Aber ja, es wird tatsächlich immer mehr, auch wenn fast jedes Feature seinen Ursprung in einem Mangel hat, den ich beim Genießen Eurer Podcasts selbst erlebt habe.

      Deshalb würde es mir sehr schwer fallen, ein Theme für Podcaster zu erstellen, denn wo ich keine eigenen Erfahrungen habe, da bin ich in der Umsetzung leider sehr schwach. Das zeigt sich auch immer wieder hier im Verlag, wenn ich für die Redaktion etwas aufsetze. Ich mach das dann gerne minimalistisch (was ich generell für eine gute Idee halte) und lass dann die Wünsche kommen. Aber wer weiß, vll machen wir das irgendwann einmal zusammen :-)

      Ich habe vier Flattr-Things? *nachschau* Nein, es sind drei :D Meine Mutter hat mir zwar beigebracht, anständig Danke zu sagen, wenn man etwas geschenkt bekommt, was ich auch gerne und regelmäßig tue ;) (DANKE!), aber so ganz zurecht komme ich mit dem Fakt, dass der Klingelbeutel inzwischen mit 84(!) Klicks gefüllt ist nicht. Das wirft mich regelrecht um. Dennoch: Eine schöne Art gesagt zu bekommen, dass das nicht alles falsch ist, was ich tue :-)

      Fast schon schade, dass Du in Berlin lebst, sonst würde ich darauf bestehen, dass wir das Bier live verpodcasten ;) So muss das warten, bis Du mal hier an der Mosel bist.

      • Recht hast, Christian, es sind drei.

        Und eigentlich ist es doch gar kein so großes Wunder, dass Du ein wenig geflattrt wirst, schließlich hast Du ja mittlerweile auch Dinge geschaffen von denen auch andere Leute profitieren – sei es nun durch individualisierbare Kalender oder durch die zusätzliche Aufmerksamkeit für uns Podcaster, die Du mit Deinem Blog schaffst (zumindest bei einigen Podcasts). Also, wohlverdient!

        Und das Bier gönnen wir uns mal obenauf, wenn ich unten an der Mosel, oder Du in Berlin bist!

      • Ein wenig? Du machst mir Spaß. Bis heute sind das 84 Klicks! Sicher, das wird danach weniger werden, aber 84!!1einself! 84 Menschen! Und das bei ungefähr 200 bis maximal 300 Lesern pro Tag, die vermutlich immer die Gleichen sind.

        Jedes Mal, wenn jemand sagt: „300 Leser? Naja…“ frage ich ihn, ob er schon einmal 300 Menschen vor der Haustür gehabt hat, die hören wollten, was er so von sich gibt :D

  2. Sehr cooles Feature, vielen Dank! Werde ich mal während der nächsten Live-Podcasts ausprobieren.

    Bin gespannt auf das Puffer-Verhalten von Instacast. Zu wenig Puffer sorgt für Abbrüche, zu viel erhöht die Latenz, was bei gleichzeitiger Nutzung des Chats sehr lästig werden kann. Da Instacast auf nicht-Livestreams optimiert ist, würde ich letzteres erwarten, aber mal schauen :)

    • Nicht von der Hand zu weisendes Argument. Es gibt ja im Grunde nichts zu puffern, deshalb müsste die Pufferdauer zur Latenz werden.

      Andererseits… vll lässt sich vemedio mit sich reden :D

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